Es gibt nicht nur für jede Lebenslage die passende Musik, sondern manchmal auch den passenden Film. Bevor ich zu meinem längeren Aufenthalt in Florenz aufbrach, legte ich tatsächlich eine einwöchige „Zwischenlandung in Paris“ ein – allerdings ohne um den gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann von 1955 zu wissen. Witzigerweise spielt er auch noch am Flughafen von Orly, von dem aus ich eine Maschine nach Pisa genommen habe. Nun aber genug der Zufälle – um was geht es bei dem Film?

Am Flughafen Paris Orly, den es übrigens schon seit den 20er Jahren gibt, laufen im Film von Jean Dréville mehrere Geschichten zusammen: Eine berühmte Schauspielerin kehrt zum Anfangsort ihrer Karriere zurück, ein Pilot und eine junge Frau vom Bodenpersonal stellen fest, dass sie nicht nur Freunde sind und ein kleiner Mann mit gutem Gespür lässt ahnungslos einen Drogenboss hochgehen.

Auch wenn der Film im Lexikon des internationalen Films nicht besonders gut abschneidet, so möchte ich ihn doch als leichte Unterhaltung empfehlen – und von der Handlung hier nicht viel mehr verraten.

Interessant finde ich, dass es eine deutsch-französiche Produktion ist – ganz im Sinne der ab den 50er Jahren gepflegten deutsch-französischen Freundschaft, um die sich nach dem Krieg Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaules besonders bemühten.

So ist die Besetzung in den Hauptrollen denn auch ausgewogen und einigermaßen hochkarätig: den deutschen Leserinnen und Lesern wird natürlich vor allem Heinz Rühmann ein Begriff sein, der im Film den bescheidenen und liebenswerten Albert Petit mimt.

Auch Dieter Borsche, der den Piloten Eddie Miller spielt hat von 1935 bis 1977 eine beachtliche Filmographie vorzuweisen. Historisch interessant ist, dass er zu den wenigen Schauspielern, die davon berichteten, vor SS-Leuten in Auschwitz gespielt zu haben. Die weiblichen Hauptrollen besetzte man mit zwei Französinnen: Dany Robin spielt in unserem Film die junge Michèlle Tellier, Nichte von Albert Petit und Freundin des Piloten. Sie spielte in ettlichen Filmproduktionen von 1944 bis 1969, bevor sie 1995 bei einem Brand in ihrer Wohnung ein tragisches Ende fand.

Simone Renant, die ihren Beruf an renomierten Pariser Konservatorien lernte und Mitglied der Jury beim Filmfestival in Cannes 1960 war, beeindruckt ebenfalls durch eine lange Reihe von Kino- aber auch Fernsehproduktionen von 1932 bis 1983.

Nun aber, liebe Leserinnen und Leser, viel Spaß beim Film schauen – lassen Sie mich wissen, wie er Ihnen gefallen hat!

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