Schon einige Zeit bevor ich mich im vergangenen Monat bei der #lowimpact30 Challenge beteiligt habe, habe ich erste Schritte in Richtung eines umweltfreundlicheren Lebens getan. Lesen Sie hier 10 Tipps dafür:

1. Weniger Fleisch essen – und neue pflanzliche Lebensmittel testen. Ich bin die Letzte, die Ihnen vom Genuss einer guten Thüringer Bratwurst zu hundert Prozent ehrlich abraten kann. Denn daran hängen für mich nicht zuletzt auch gute Kindheitserinnerungen. Dennoch ist es deutlich Umwelt schonender, wenn man Fleisch mal als Luxusgut sieht, dass mit Genuss und in guter (Bio)Qualität verzehrt werden möchte. Sicher haben Sie schon davon gehört, dass die "Fleischproduktion" erheblich zur Erderwärmung beiträgt und dass es viele gesundheitliche Gründe gibt, die dagegen sprechen ständig Tierprodukte zu sich zu nehmen, können Sie sicher schon fast nicht mehr hören, von den vielen guten Tierschutz-Gründen einmal ganz abgesehen. Aber lenken wir den Blick doch einmal auf das Positive: Ich für meinen Teil habe so viele neue Rezepte, Obst-, Gemüsesorten und andere Lebensmittel für mich entdeckt, dass ich das Wiener Würstchen am Abend nicht wirklich vermisse.

2.Ausmisten und Konsum überdenken. Gerade wenn man neue oder vielmehr alte Kleiderstile für sich entdeckt, kauft man gerne einmal mehr. Bei mir hatte sich irgendwann zu viel angesammelt: Zunächst war ich von meinem Klamottenberg überwältigt, der mich gerade in stressigen Phasen jeden Morgen zusätzlich überfordert hat. Dann habe ich mit der Methode 333 getestet wieviel ich tatsächlich so brauche und sortierte soimmer wieder aus. Dabei habe ich hinterfragt, wann und warum ich einkaufe und festgestellt, das einkaufen oft nur eine Übersprungshandlung ist, und die eigentlichen Gründe für den Wunsch nach dem schnellen Glücksgefühl meist ganz woanders liegen.

3. Kreativ werden: Wenn man ausgemistet hat, möchte man natürlich alles so schnell wie möglich los werden. Doch bevor sie Dinge spenden, verschenken, verkaufen oder gar wegschmeißen, fragen Sie sich: Wie können Sie Materialien und Gegenstände, die Sie schon zu Hause haben für Neues oder anders nutzen? Re- und Upcycling gibt einem einen anderen Blick auf den die Dinge und ist – wie so vieles eine Tugend, die unsere Urgroßeltern besser zu pflegen wussten, als wir heute: Klamotten umändern, Dinge Reparieren, alte Shirts zu Einkaufsbeuteln umbasteln… Das alles macht nicht nur Spaß, sondern ganz nebenbei lernt man dazu. Wer Hilfe oder Inspiration braucht, konsultiert google, youtube oder besucht ein Repair-Café, wo Menschen Hilfe zur Selbsthilfe in praktischen Dingen bieten.

4. Generell: selber machen. Vom Essig-Reiniger zur Bodybutter – es gibt so viele Alltagsdinge die man selber machen kann und auch hierfür tausend Anleitungen. Dabei kosten die meisten DIYs für den Haushalt sehr wenig Zeit und sparen darüber hinaus noch Geld. Vielleicht haben sie ja ein paar Zutaten ohnehin schon zu Hause?

5. Wasser sparen: Zum Beispiel beim Duschen oder in der Küche hilft es immer etwas darauf zu achten, wieviel man verbraucht und ob man das einschränken könnte. Leitungswasser zu trinken, anstelle welches in Plastikflaschen zu kaufen spart Schlepperei und Geld. Hier in Deutschland haben wir Leitungswasser in sehr guter Qualität, warum also nicht nutzen? Wenn Sie unsicher sind, können Sie Wasser auch vorher abkochen.

6. Scannen statt kopieren. Ich muss für meine Arbeit viel lesen und manchmal ist es einfach angenehmer für die Augen Kopien von der Literatur zu machen. Auch kann man darauf wunderbar rumkritzeln. Auch wenn ich oft beidseitig kopiert habe, habe ich ziemlich viele Papierberge produziert, die jetzt in meinem Regal verstauben. Teilweise kann ich die Rückseiten als Notizzettel benutzen, ansonsten habe ich mir aber angewöhnt, Bücher einfach einzuscannen und die PDFs zu bearbeiten. Auch Bahntickets zum Beispiel muss man nicht mehr unbedingt ausdrucken...

7. Mal über den Wochenmarkt spazieren: Erstens gibt es hier die meisten Waren unverpackt und zweitens kann man sich mit Fragen zu Herkunft und Anbau direkt an die VerkäuferInnen wenden. Saisonale Lebensmittel sind zudem oft preiswert zu haben. Wenn man darauf achtet, bekommt man hier viele Produkte, die in der näheren Umgebung angebaut werden. Für trockene Produkte wie Getreide, Reis oder Nudeln, erkundigen Sie sich doch mal, ob es Unverpackt-Laden in Ihrer Nähe gibt oder ein Geschäft, dass in größeren Mengen verkauft. Der Wocheneinkauf bedarf so zwar etwas Planung, das verhindert aber auch Lebensmittelverschwendung und man hat immer ein bisschen Vorrat.

Foto zeigt: Unverpackt Mainz

8. Gärtnern. Zugegeben – Ich habe nicht unbedingt den grünsten Daumen und wir haben noch keinen Balkon oder Garten. Aber ein paar frische Kräuter kann man sich trotzdem auf dem Fensterbrett heranziehen und eventuelle sogar Salat oder andere Dinge.

9. Sich nicht von der tollen nachhaltigen Produktwelt hinreißen lassen, die uns in schicken Bildern präsentiert wird. Ganz klar: Es gibt so viel Naturkosmetik auszutesten, hübsche teure Haushaltwaren zu kaufen und qualitativ hochwertige stylische Klamotten von nachhaltig und sozialverträglich produzierenden Marken. Aber der Trick bei weniger „Impact“ ist, erst mal mit dem umzugehen was man hat – Siehe Punkt 2. Neben Firmen, die es mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich ernst meinen gibt es auch viele, die auf den Trend aufspringen und sogenanntes Greenwashing betreiben. Durch geschicktes Marketing werden einem hier Produkte als Nachhaltig oder umweltverträglich verkauft, die es bei genauerem Hinsehen gar nicht sind.

10. Sich informieren. Ich sehe mir immer wieder Dokus an und informiere mich online – einfach weil es mich interessiert. Empfehlenswerte Medien zum Einstieg finden Sie hier. Für Konsumgüter gibt es z.B. verschiedenste Siegel, die uns als Verbrauchern die Einscheidung u.u. etwas erleichtern können. Hier finden Sie z.B.eine Liste.

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