Wenn Sie meine Beiträge auf Instagram gesehen haben, fragen Sie sich vielleicht warum ich mir so eine Mühe mache: Lauter Hausrat mitschleppen, Essen vorbereiten, Cremes anrühren... Lesen Sie hier, warum ich mich gerne ein bisschen aus der Komfortzone heraus bewege und welche Filme und Bücher mich dazu bewegt haben, den Weg mit weniger Auswirkung einzuschlagen.

Eigentlich sind die sozialen Medien schuld. Freunde teilten Links zu Artikeln, die umweltbezogene Themen behandelten, manche davon las ich mit. Dann probierte ich es erst mal damit, weniger Fleisch zu essen. In meinem Umfeld gibt es viele Vegetarier, manche ernähren sich vegan und ich hatte schlicht Lust, das mal auszuprobieren. Ich koche und esse ja ziemlich gern und habe für mich in dieser Phase so viele Lebensmittel entdeckt, die vorher kaum auf meinem Speiseplan standen. Zu Großmutters Zeiten hatte man ja auch nicht jeden Tag den Sonntagsbraten, wie Sie in einigen meiner Artikel nachlesen können, in denen ich Rezepte der 40er und 50er nachkoche.

Nebenher habe ich mir Dokumentationen zum Thema Lebensmittelproduktion und –Überproduktion angesehen. Von den geschredderten männlichen Küken haben Sie sicher schon gehört und vielleicht auch, dass 6,7 Mio. Tonnen Lebensmittel jährlich in Deutschland im Müll landen.

Irgendwann hatte ich außerdme das Gefühl, in meiner Wohnung mal ordentlich ausmisten zu müssen, denn ich hatte so viel und brauchte wenig davon. Das alles nahm so viel Raum ein in meinem WG-Zimmer und auf meinen Reisen war ich um einiges leichter mit einer clever zusammengestellten, aber reduzierten Garderobe. So kam ich darauf, das Project333 auszutesten. Aber nun genug der Vorgeschichte. Kommen wir zu meinen Empfehlungen für Sie:

Plastic Planet ...hat mich dazu bewegt, Plastikmüll den Kampf anzusagen. Der Autor der Dokumentation zeigt dabei, warum man mit dem Rohstoff, von dem er selbst erst einmal eine positive Vorstellung hatte, kritisch umgehen sollte. Er zeigt mit wie viel Plastik wir uns zu Hause umgeben. Er erkundet die Konsequenzen auf Mensch und Umwelt, sucht den Kontakt zu Vertretern der Industrie. Hier in Deutschland bin ich mit der Idee aufgewachsen, dass es schon gut ist, wenn man nur brav seinen Müll trennt. Es gibt ja schließlich den Gelben Sack. Aber es wird eben doch nicht alles recycelt und der Plastikbecher, der von den Eimern in der Stadt in die Flüsse geweht wird, landet doch irgendwann im mehr oder im Bauch eines Tieres. Denn Plastik verrottet nicht und die zugesetzten Weichmacher haben, einigen Studien zufolge hormonelle Wirkungen, was sowohl für den Menschen als auch für Umweltkreisläufe gefährlich werden kann. Sie können sich den Film hier anschauen.

Before the Flood Von Leonardo di Caprios Dokumentation zum Klimawandel haben Sie sicher schon gehört. Er zeigt darin verschiedene Positionen zum Thema auf – da es ja offenbar immer noch Menschen gibt, die denken Klimawandel sei eine Glaubensfrage. Und er zeigt in eindrucksvollen Bildern die Konsequenzen des Klimawandels. Er spricht mit Betroffenen ebenso wie mit Forschern über ihre Zukunftsprognosen. Lassen Sie sich davon nicht deprimieren! Er möchte vor allem zum Umdenken bewegen.

The True Cost …ist ein wichtiger Film, der die Modeindustrie zwischen Produktion und Konsum unter die Lupe nimmt. Als Anstoß nahm der Regisseur den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza 2014, bei dem 1.130 Menschen starben, die unter widrigsten Bedingungen dort gearbeitet hatten. Fragen werden gestellt wie: Wer produziert die Kleidung, die man in den großen Modeketten kaufen kann? Welche Wege hat sie hinter sich? Wie kommen die günstigen Preise, die wir zu gerne Zahlen zustande? Der Film zeigt, wie wichtig es ist, sich auch als KonsumentIn nicht aus der Verantwortung zu ziehen und eben diese Fragen zu stellen und zugleich die Produkte wert zu schätzen.

Apokalypse Jetzt Das Buch von Greta Taubert ist die sehr schön geschriebene Dokumentation eines Selbstversuches, während dem sich die Journalistin fragte: Was brauche ich eigentlich? Wie überlebe ich, wenn ich all den Komfort, den mir das moderne Leben in der Konsumgesellschaft bietet, nicht mehr habe? Sie schildert am Beginn des Buches in sehr amüsanter Form, den Moment, als ihr der Überfluss bedrohlich zu werden schien. Greta Taubert testet alles Mögliche aus: Leben ohne Geld, Vorrat halten nach staatlichen Vorgaben für den Ernstfall, Containern, Kleider tauschen, mit drei Liter Wasser am Tag leben, sich von heimischen Bäumen und anderen Pflanzen zu ernähren, Champignons züchten. Das ist manchmal skurril, witzig und manchmal einleuchtend. Sie testet dabei verschiedene Varianten eines „alternativen“ Lebens, das möglichst schonend und sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umgeht. Dabei geht es immer auch darum, eine andere Gesellschaft zu entwerfen, deren oberstes Gebot nicht der Konsum ist. Ob man nun selbst einige Varianten davon austesten möchte oder nicht steht auf einem anderen Blatt. Das Buch animiert in jedem Fall dazu, über das eigene Handeln nachzudenken und nicht zuletzt aktiv zu werden.

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