Florenz, liebe Leserinnen und Leser, ist für mich wie eine Schatzkiste voller Kunst, Geschichte, Luxus und dem guten Leben. Eine dieser Städte, die hinter jeder Tür, auf jedem Platz Geschichten und Bilder bereithält und in der es so viel zu lernen gibt – und die Florentiner pflegen diese Geschichten und Bilder mit Stolz. Im Folgenden möchte ich Ihnen, einige meiner ganz persönlichen Lieblingsorte der Stadt vorstellen, in der ich mich seit Oktober herumgetrieben habe.

Piazza della SS. Annunziata Dieser wunderbare Platz mit dem Reiterstandbild Großherzogs Ferdinand I. (Werk des Bildhauers Giambologna) in der Mitte lädt zum verweilen ein. An warmen und sonnigen Oktobertagen kann man hier wunderbar auf den Treppen vor dem Istituto degli Innocenti sitzen, und vielleicht sein Panino aus der studentischen Bar „Un Café“ gleich neben der Kirche SS. Annunziata genießen. Die Via dei Servi ist eine bewusst angelegte Blickachse auf die mächtige Kuppel des „Duomo“ und beliebtes Motiv für Hochzeitspaare – die man regelmäßig beim posieren sieht. Auf der Piazza gibt es hin und wieder schöne Märkte, auf denen Kunsthandwerker und Lebensmittelhändler aus der Umgebung ihre Waren anbieten und die zum flanieren und Souvenirkauf einladen.

Mercato Sant’Ambrogio Wo wir gerade bei Märkten sind: Der Mercato Sant'Ambrogio ist ein Wochenmarkt in einer kleinen Halle, der täglich stattfindet und nicht so touristisch ist, wie der Mercato Centrale. Hier habe ich einige Samstagvormittage verbracht, denn nicht nur die Lebensmittel sind ein Augenschmauß, sondern der Markt hat auch eine „Flohmarkt“-Abteilung. Hier kann man wunderbar nach alten Möbeln, Kleidern, Accessoires, Büchern und allerlei mehr stöbern.

Farmacia di Santa Maria Novella Dass die Kirche Santa Maria Novella unbedingt einen Besuch wert ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen. An der zugehörigen Apotheke, geht man aber leicht vorbei. Dabei beeindruckt sie durch ihre wunderschöne und historische Inneneinrichtung. Es werden außerdem alte Behälter und Geräte ausgestellt, die in der Apotheke genutzt wurden. Aber natürlich kann man hier auch sehr luxuriös einkaufen: Kosmetika, Raumdüfte, Tees – hier findet jeder seins. Mir allerdings gefiel es am Besten, sich im Tee-Room einen der feinen Tees servieren zu lassen und das Ambiente zu genießen.

Piazza Santo Spirito Auf der anderen Seite des Arno, etwas abseits vom Touristenstrom, der sich über die Ponte Vecchio zum Palazzo Pitti schiebt, liegt ein weiterer meiner Lieblingsplätze. Ausgerichtet auf die gleichnamige Kirche lässt es sich hier nach einem erfüllten Kulturprogramm im Palazzo Pitti und den Boboli Gärten angenehm verschnaufen. In der Bar "Volume" bekommt man leckeren Kuchen oder auch eine gute Moskau Mule zur Stärkung.

Museo di Storia Naturale La Specola Ich habe ja eine Schwäche für Naturhistorische Museen, auch oder vielleicht gerade wenn sie ein bisschen angestaubt daher kommen. Das Museo La Specola hat allerdings nicht nur Mineralien, Tier- und Insektenpräparate zu bieten. Es ist auch die Herberge für die einzigartige Sammlung der ältesten anatomischen Wachsmodelle, die mit großer Kunstfertigkeit von florentiner Künstlern des 18. Jahrhunderts hergestellt wurden. Was heute vielleicht bizarr oder vielleicht sogar etwas schaurig anmutet, entspringt dem wissenschaftlich und pädagogisch orientierten Konzept des Anatomen Felice Fontana (1730-1805), der durch die Wachsmodelle eine visuelle Enzyklopädie des menschlichen Körpers bereitstellen wollte, um anatomische Sektionen am menschlichen Körper unnötig zu machen.

Cinema Teatro Odeon Das 1922 eröffnete Kino wird noch heute als Programmkino genutzt und ich hatte die Freude dort „Mord im Orientexpress“ zu sehen. Das Kino wurde auf Initiative der Schauspielerin Eleonora Duse – neben Sarah Bernard eine der Theatergrößen des Fin de Siècle in einem bereits bestehenden Palazzo eingerichtet. Mehr darüber können Sie hier nachlesen. Zum Kino gehört auch eine elegante Bar, in der man nach dem Film noch einen gemütlichen „Absacker“ nehmen kann.

Convento di San Francesco in Fiesole Wenn es einen des Sonntags ins Grüne lockt oder man einfach ein bisschen Abstand vom städtischen Trubel braucht, dann ist ein Besuch in Fiesole genau das richtige. Mit dem Bus ist man in maximal einer halben Stunde am Marktplatz der kleinen Stadt und von dort kann man gleich hinauf zum Kloster spazieren. Man wird belohnt mit einer majestätischen Sicht ins Tal, viel Grün, frischer Luft und sehr viel Ruhe…

Vorheriger Artikel

Kommentar hinzufügen