Das Osterfest steht vor der Tür, liebe Leser und ist ein willkommener Anlass, endlich mal wieder ein Artikelchen zu schreiben. Für mich ist ja das schönste am Frühling, dass die Sonne wieder öfter scheint und alles anfängt zu blühen – so mancher Allergiker wird da ganz gegenteiliger Meinung sein. Aber auch das Ostereier Bemalen im Kreise der Familie ist eine schöne Sache, die bei uns im Übrigen mit zu den wichtigsten Dingen zählt – neben dem traditionellen Osterspaziergang. Meistens werden dafür einfach die Eier bunt gefärbt und mit Wasserfarben ganz nach Laune mit Ornamenten, Hasen, Küken, Blüten oder was sonst so beliebt, verziert. In der Zeitschrift „Film und Frau“ von 1957 habe ich allerdings noch weitere Techniken gefunden, die dieses Jahr mal austesten möchte.

Färben

Natürlich kann man die Eier mit extra dafür produzierten Mitteln färben, die es derzeit überall zu kaufen gibt. Doch da ein Osterfest oft auch mit kulinarischen Gelagen im Kreise der Familie einher geht, fallen dort schon einige Dinge an, die man zum Färben verwenden kann: Zwiebelschalen, Rote-Beete, Spinat… Hier habe ich einen schönen Artikel gefunden, in dem alle Tricks und Kniffe zum Färben mit „Natur“ beschrieben sind.

Verzieren

Das brauchen Sie:

  • Wachs: „Haben wir von Weihnachten her noch genügend Wachskerzenstümpfe, so machen wir diese in einem Töpfchen flüssig, fischen die Dochtreste heraus, das genügt dann.“
  • Pinsel: „Dieser soll für unsere ovalen Miniaturen natürlich recht klein und spitz sein.“
  • Gaze (oder ausgediente Damenstrümpfe)
  • Zahnstocher oder dicke Nadeln
  • Grünzeug: Grashalme, Kräuter, Kleeblätter…

Methode Nr. 1:

Mittels eines Pinsels wird flüssiges Wachs auf das Ei aufgemalt, zunächst einfach Pünktchen, Strichelchen, Fragezeichen, was Ihnen eben einfällt. […] Die so mit Wachs bemusterten Eier kommen nun in den Farbtopf, und da die Eierschale nur an den nicht mit Wachs malten Stellen Farbe annimmt, erscheinen die Muster, wenn die kleinen ovalen Kunstwerke herausgenommen werden, wunderhübsch weiß auf Farbigem Grund. Das Wachs wird sodann mit einem warmen Lappen sauber abgewischt und das dekorierte, lustig gestreifte oder geblümte Biedermeier-Ei mit einer Speckschwarte eingerieben. Fertig.“

Methode Nr. 2:

Diesmal gehen wir umgekehrt vor. Zunächst wird die ganze Oberfläche des Eies mittels des Pinsels nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn mit flüssigem Wachs bedeckt. In die so aufgetragene und erhärtete Wachsschicht ritzt man nun die Zeichnungen, Muster oder auch Inschriften mittels […] eines Zahnstochers ein. Sie können sich denken, dass diese Technik viel feinere Verzierungen gestattet.“

Technik Nr. 3:

Das ist die hohe Eiermalschule! Hier werden die mehrfarbigen Effekte erzielt! Bunt wie der Schlips eines Texasmagnaten, dessen Ölprobebohrung fündig wurde. Bei dieser dritten Technik sind mehrere aufeinander folgende Farbbäder nötig. Für jede Farbe ein Bad. Zunächst müssen wir genau planen, was wir wollen, also wo das Blau hinkommen soll, wo das Rot, wo das Gelb, wo das Grün […]. Wählen wir als erste Farbbrühe zum Beispiel das Rot, so müssen wir vorher alle jene Stellen des Eies, die nicht rot werden sollen mit einer Wachsschicht bedecken. Wählen wir dann als zweite Farbbrühe das Blau, so müssen wir diesmal nicht nur alle jene Stellen mit Wachs bedecken, die nicht blau werden sollen, sondern auch die bereits rot gefärbten Ornamente. […] Am sichersten geht man so vor, daß man nach jedem Farbbad zunächst das ganze Ei mit dem warmen Lappen von allem Wachs bereit und dann wohlüberlegt an den richtigen Stellen die neuen Wachsschichten aufträgt.“

Technik Nr. 4:

Bei dieser „polnischen Eiermalerei“ werden Schablonen verwendet. Mittels eines hauchfeinen Gazestreifens [oder dem Damenstrumpf] werden allerlei zierliche Grashalme, Kräuter oder Kleeblätter ganz fest um die Eier herum gelegt, so daß die Schablonen gut haften. Dazu ist einige Geduld und Geschicklichkeit nötig. Die […] eingewickelten Eier kocht man ein paar Minuten im Färbewasser, dann werden sie herausgenommen und von dem Verband befreit. Wenn Sie jetzt die Blättchen abspülen, erscheinen bezaubernd dekorative Filigranmuster, nämlich die „Abdrücke“ der Gräser, Kleeblätter usw.[…] in weiß auf den bunten Schalen. Natürlich läßt sich diese Technik auch mit dem Wachsbatiken kombinieren. Ganz sicher kommen Ihnen bei der „Arbeit“ von allein die tollsten Einfälle.“

Sind Sie auch ein Freund der Eier-Mal-Kunst? Welche Techniken verwenden Sie? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen!

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