In der letzten Woche konnten Sie hier im Salon einige Tipps finden, wie man bzw. frau sich das packen vor einer Reise erleichtern kann. Das Necessaire hat sich ein eigenes Kapitel verdient.

Vielleicht fragen Sie sich beim Lesen des Artikels, was das nun mit dem Vintage Style zu tun hat. Nun immerhin hat man früher auch einfache Seifen zum Haut- und Haarewaschen genutzt und oft seine Pflegeprodukte selbst gemacht. In den 50er Jahren boomte natürlich – wie für alles – auch der Markt der Kosmetikprodukte. Dennoch finden sich in Ratgebern für Damen viele Tipps zum selber machen, weil eben auch nicht jede Frau sich die neuen Produkte leisten konnte oder wollte. Ich versuche davon inspiriert außerdem Produkte zu verwenden, die ich verpackungsfrei oder in wiederverwendbaren bzw. recyclebaren Behältern finde oder sogar selbst machen kann. Da ich gerade für meine Gesichtshaut (eine furchtbare Mischhaut…) noch keine wirklich befriedigende Pflege gefunden habe, klappt es mit dem plastikfrei bleiben dort leider nicht immer und auch bei dekorativer Kosmetik habe ich mich noch nicht ans selbst herstellen herangetraut. Das hier gezeigte ist also nur eine Momentaufnahme und soll auch nur exemplarisch genannt sein.

Konsultiert man „Schön sein und schön bleiben“ zum Thema Necessaire, darf man mehr oder weniger schockiert feststellen, dass Frau Aureden tatsächlich die Mitnahme von insgesamt drei Reisenecessaires empfiehlt: Eins für dekorative Kosmetik, eins für tägliche Pflegeprodukte und natürlich die Reiseapoteke. Dazu gehören unter anderem: „Cremedosen, Gesichtswasser, Haarwasser, Haarglanz, Eau de Cologne, Mundwasser, Körperpuder […], Seife im Etui, Zahnpasta, Kämme, Bürsten, Lockwickler, Haarklemmen und ein handliches Etui zur Nagelpflege. Watte, Hansaplast, zwei Mullbinden, Tampons […] ein Nähetui, mit Fäden, die Sie in besonderen Fällen schnell zur Ausbesserung Ihrer Garderobe benötigen […], Zinksalbe, Lippenpomade, Jodtinktur, Abführpillen […]“ Was die Dame von Welt nicht alles benötigt!

Ich persönlich habe ein Schminktäschchen in der Handtasche mit selbstgemachte Lippenpflege, Lippenstift, Klappbürste, Spiegel, Taschentuch, Fleckenstift und Pfefferminzpastillen:

... und auf Reisen dieses hübsche Reisenecessaire - ein geschenk von Omi - in dem ich Folgendes verstaue:

1. Zur Körperpflege:

Feste Seifen. Sie sind unheimlich praktisch, da sie nicht auslaufen können, man am Flughafen keine Probleme bekommt und – sie ahnen es – man damit Müll spart. Manch ein Minimalist braucht für Haut und Haar nur ein Stück Aleppo-Seife. Ich wasche mir die Haare am Liebsten mit festen Shampoos von Lush oder Eve Butterfly Soaps. Fürs Gesicht habe ich einen festen Reiniger namens „Coalface“ von Lush und zum Waschen noch eine beliebige andere Seife. Gesichtsreiniger und Körperseife passen in kleinen Stücken prima zusammen in eine Dose (z.B. die viereckigen Boxen von Lush).

Gesichtspflege …besteht bei mir meist aus einer feuchtigkeitsspendenden Tagescreme mit LSF und einem pflegenden Öl, das ich abends in die feuchte Haut einmassiere. Zur Zeit bin ich mit Wildrosenöl (als Gesichtsöl von Primaverde) sehr zufrieden und nutze es auch zum abschminken. Welche Öle für welche Hauttypen empfehlenswert sind, können Sie z.B. hier nachlesen.

Bodybutter aus Sheabutter, Mandelöl, Kakaobutter und etwas Wildrosenöl, die ich gerade neu zusammengerührt habe. Wie das geht sehen Sie hier.

Sonnencreme oder/und Aloe-Vera-Gel … sind Dinge die natürlich beim Strandurlaub nicht fehlen dürfen. Letzeres ist wunderbar als Pflege nach einem Sonnenbad. Es kühlt und erfrischt die Haut. Außerdem beruhigt es Insektenstiche. Tipps zum Sonnenbaden frisch aus den 50s können Sie hier nachlesen.

Natron … ist ebenso für alle Gelegenheiten ein prima Mittelchen: zum Peelen der Haut, zum Haarewaschen, und in Lösung als Deo-Spray (im Bild ist das die Sprühflasche mit dem grünen Deckel).

...Zahnpasta und Zahnbürste dürfen natürlich auch nicht fehlen ;-)

2. Fürs Haar:

Haarnadeln und Haargummis ...keine Locken, keine Vintage-Frisur ohne Bobby Pins - deshalb müssen sie im Döschen überall hin mit. Haargummis sind kleine Helfer nicht nur zum Haarebändigen. Es verhindert beispielsweise den Monroe-Effekt auf dem Fahrrad. Fixieren Sie dafür mit dem Haargummi einfach einen größeren Zipfel des Rocks.

Wie man mit einem Haargummi verhindert, dass die Tür ins Schloss fällt ist im Buch „Auf alles Vorbereitet“ von 2017 nachzulesen: „Verbinde zwei Haargummis mit Ankerstichknoten und spanne diese nun wie eine Acht um inneren und äußeren Türgriff, so straff, dass zugleich der Türschnapper in die Türzarge gedrückt wird.“ (S. 159).

Stilkamm und Klappbürste

3. Mani- und Pediküre:

Nageletui, erweitert um Nadel und Faden – man weiß ja nie, ob es nicht doch einmal ein Loch zu stopfen oder einen Knopf wieder anzunähen gibt. Nagellack und -entferner am Besten passend zu Garderobe und Lippenstift

Fußpuder Beugt wunderbar wunden Füßen und Blasen vor

4. Dekorative Kosmetik:

  • … benutze ich gerade im Sommer sehr sparsam. Dennoch sind eigentlich immer dabei: Puder, Concealer, Brauenstift, Wimperntusche und der rote Lippenstift ist sowieso immer in der Handtasche. Ihn kann man gut als Cremerouge benutzen.

5. Kleiderpflege:

Fusselbürste und Fleckenstift – damit die Kleidung ordentlich aussieht, auch wenn man eine Kleckerliese ist, wie meine Wenigkeit XD

6. Reiseapotheke:

Kopfschmerztabletten bzw. Ibuprophen, Pflaster, Desinfektionsspray und Handdesinfektionsmittel für die Handtasche

Das alles sieht nun irgendwie doch ganz schön viel aus – aber dennoch passt es ins Necessaire! Ist Ihnen das alles noch zu viel? Ohne was können Sie nicht verreisen?

In der nächsten Woche gibt es den drittel Teil zum Thema Reisen hier im Salon!

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