Es ist Spätersommer, liebe LeserInnen und damit die perfekte Zeit für ein neues Kleiderschrank Arrangement. Begleiten Sie mich Schritt für Schritt beim Aufbau einer kleinen vintage-inspirierten Herbstgarderobe, mit der ich für alle Lebenslagen gewappnet bin!

Teil 2: Pflege deine Kleider gut!

Während der Bestandsaufnahme im Kleiderschrank ist es sinnvoll, seine Kleidung auf generellen Pflegebedarf zu untersuchen. Im Idealfall tut man das ohnehin regelmäßig, denn wie heißt es so schön bei Frau Aureden: "Zur Kosmetik des Körpers und des Geistes gehört auch die Pflege der Dinge, min denen wir täglich in Berührung kommen." (Lilo Aureden: Schön sein und schön bleiben, 1963, S.359)

Spätestens aber bei der Zusammenstellung einer neuen Saison-Garderobe und vor bzw. nach dem Wechsel zur Herbst/Winter-Garderobe bietet sich ein solcher Pflege-Check an, der natürlich zum regelmäßigen "Waschtag" nur eine Ergänzung ist.

Es gilt dabei die Kleidungsstücke vor allem auf Macken zu untersuchen: Haben sich beim Tragen Kötchen gebildet oder Fussel gesammelt? Gibt es Flecken, Löcher oder Falten wo sie nicht sein sollten?

Wenn Sie die zu behandelnden Patienten versammelt haben, gibt es einige Helferlein die sie immer wieder Nutzen können, ohne gleich einen ganzen Waschtag einlegen zu müssen.

Fussel und Pilling

Der Klassiker dabei ist die Kleiderbürste, mit der Fussel und Haare jeder Zeit vom Stoff gebürstet werden können. Fusselrollen mit Klebestreifen sind auch sehr praktisch (es gibt sie auch in klein für Reisen) und vor allem gut, wenn man viele Haare oder Fusseln zu beseitigen hat, weil sie direkt vom Stoff abgenommen werden. Leider sind sie aber auch sehr Müll-intensiv und daher nicht die beste Option, denn auch bei der Textilpflege gilt natürlich: Lieber Wiederverwendbares als Wegwerfware nutzen.

Wenn sich Pillig auf dem Stoff gebildtet hat, kann dieses sehr leicht mit einem entsprechenden elektrischen Rasierer entfernt werden. Ich habe einen geerbt und nutze ihn deshalb, aber auch hier werden leider Batterien verbraucht. Spezielle Fussel- oder Textilkämme aus der Drogerie sind eine gute Alternative. Kreativere Lösungsansätze wären Klettband oder ein normaler elektrischer Rasierer. Als Retrobegeistere Dame hat man vielleicht auch einen Lockenwickler zur Hand? - Auch der eignet sich zur Beseitigung von Pilling;-) Genauere Anleitungen dazu und Tipps wie man Pilling vermeidet, können Sie in diesem Wiki-How-Artikel nachlesen.

Kleinere Schäden

Kleinere Löcher im Stoff oder aufgetrennte Nähte sind meist noch lange kein Grund ein Kleidungsstück weg zu werfen. Dank dem großen weiten Internet kann heute jeder und jede lernen, wie man sie mit Nadel und Faden beseitigt. Stopfen lernt man zum Beispiel hier und wie eine Handnaht aussieht hier.

Was mach' ich nur mit diesem Fleck?

Sollte man einen Fleck auf einem Teil aus dem Kleiderschrank entdecken, ist es recht wahrscheinlich, dass dieser Fleck schon älter ist und dass man keine Ahnung mehr hat, was ihn verursacht hat. Es ist daher sinnvoll ihn zumindest vor zu behandeln. Bei empfindlicheren Stoffen habe ich gute Erfahrung mit Gallseife gemacht, die man vor dem Waschen auf die Stelle gibt und einwirken lässt.

Ein anderes Hausmittelchen, dass unglaublich vielseitig einsetzbar ist, ist Natron. Zur Fleckenbeseitigung verrühren Sie drei Teile Natron mit einem Teil Wasser zu einer Paste und lassen diese einige Zeit auf dem Stoff einwirken (bis zu einer Stunde). Danach können Sie die Paste abwaschen und das Teil normal in die Wäsche geben. Frische Flecken lassen sich so auch mit kürzerer Einwirkzeit und ohne Waschgang entfernen, wenn Sie nur die Stelle ausspühlen auf der die Paste war.

Das obenstehende Foto ist übrigens aus einer Werbebroschüre, die ich auf einem Flomarkt gefunden habe. Sie ist aus den dreißiger Jahren und enthält diverse Haushaltstipps. Schauen Sie doch einmal bei Instagram vorbei, dort gibt es mehr davon zu sehen!

Nächste Woche geht es endlich an die Konzeption der Saison Garderobe! Oder haben Sie noch nicht genug vom Thema Textilpflege? Lassen Sie es mich in den Kommentaren gern wissen!

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